Regional statt Radio

Um den Innviertler Verein FRI war es nach Erteilung einer
Regionalradiolizenz etwas ruhig geworden. DIesen Sommer meldete
sich FRI unter neuem Namen zurück.
Udo Danielczyk führte ein E-mail-Interview mit Max
Schernhammer über die letzten Entwicklungen und
zukünftige Pläne von FRI.

von Udo Danielczyk

KUPF:FRI - "Freies Radio Innbrücke" - ist im
Jahr 1996 gegründet worden und 1997 der KUPF beigetreten.
Welche Zielsetzungen habt ihr damals verfolgt?

Max Schernhammer:Der Verein FRI besteht seit Juni 1996.
Er wurde von Personen aus dem Kultur-, Medien- und
Sozialbereich gegründet. Der ursprüngliche
Vereinszweck war einerseits die Erlangung einer
Lokalradiolizenz für das Innviertel und andererseits die
Förderung der regionalen Kulturszene.

Ein Schlagwort in eurer Arbeit war der Begriff
"BürgerInnenradio". Was genau versteht ihr
darunter?
Wir verstanden darunter eine möglichst hohe
Identifizierung mit dem Programm und eine aktive Mitgestaltung
der BürgerInnen, Vereine, Institutionen der Region am
Programm des Lokalsenders. Diese aktive Programmgestaltung
sollte vor allem im FRI-Programmfenster (4 Stunden
wöchentlich), aber auch programmübergreifend
stattfinden.

Was für Aktivitäten habt ihr gesetzt, um diese
Möglichkeit der aktiven Radioarbeit in der Innviertler
Kulturszene zu propagieren? Auf welche Schwierigkeiten seid ihr
dabei gestoßen?

Der Verein warb dafür bei über 100 Veranstaltungen
und im Rahmen der FRI-Medienwerkstatt mit einem nicht
unbeträchtlichen Aufwand. Leider war die Resonanz eher
bescheiden, auf alle Fälle nicht ausreichend, um das
geplante FRI-Programmfenster effektiv zu gestalten.

FRI wurde gemeinsam mit einem anderen Bewerber eine
Privatradiolizenz erteilt, ist aber in dem möglichen
Sendefenster nie auf Sendung gegangen. Welche Gründe waren
dafür, und letztendlich für den Ausstieg von FRI aus
dem Privatradio verantwortlich?
Einerseits waren die bereits oben genannten Gründe
dafür ausschlaggebend, andererseits gab es
naturgemäß auch Skepsis und Befürchtungen
verschiedenster Art im Hinblick auf die Akzeptanz, seitens
unserer kommerziell orientierten Mitgesellschafter.

Diesen Sommer hat FRI unter dem neuen Namen "Freie
Regionalkultur Innviertel" begonnen, auf Schloss Frauenstein
Kulturprogramm zu machen. Was sind jetzt eure Schwerpunkte und
Zielsetzungen für die nächste Zeit?
Der "4. FRI-Kultursommer" war ein großer Erfolg mit ca.
2000 Gästen (Konzerte, Vernissage und Skulpturenpark). Bis
Jahresende werden wir den "Kabarettherbst im Wirtshaus" im
Gasthaus Seidl in Burgkirchen durchführen.

Der Verein konzentriert sich derzeit wieder auf seinen
eigentlichen Vereinszweck, die Förderung von
KünstlerInnen aus der Region. Ein besonderes Anliegen ist
uns auch die Verbesserung der "kulturellen Infrastruktur" in
den Bereichen Vernetzung, Vermarktung und Distribution
künstlerischer Produktionen, wozu u.a. die "FRI-HOMEPAGE",
an der wir gerade arbeiten, beitragen soll.