Die Donau entlang

Ein Nachruf auf Eugenie Kain. Von Erich Klinger

Das letzte Lebenszeichen, das ich von Eugenie Kain wahrnahm, waren Schmerzensschreie, die ich übers Telefon hörte, während ich mit ihrer Tochter Katharina sprach. Als ich später in der Wohnung von Eugenie und Katharina ankam, schlief Jenny bereits unter dem Einfluß von Schlaf- und schmerzbetäubenden Mitteln. Die in den Vorraum führende Tür zu ihrem Zimmer war geschlossen.

In den Wochen zuvor bekam ich unmittelbar mit, was Krankheit in letzter Konsequenz innerhalb kurzer Zeit an einem Menschen zu vollbringen vermag. Mir war diese Erfahrung fremd und ich bin nach wie vor nicht schockiert oder verängstigt ob dessen, was ich wahrnehmen konnte, sondern erstaunt und jenseits des Verstehen- Könnens darüber, welch rapide Abwärts-Entwicklung auch vor meinen Augen bei Eugenie vor sich ging. Weiterlesen »

Zerschlagt den Gordischen Knoten

Christian Diabl über die unerträglichen Diskussionen rund um das Mega-Thema Migration.

Unerträglich sind die Diskussionen rund um das Mega-Thema Migration. „How low can you go” scheint das Motto, wenn`s um „Arigona”, „Eberau”, „Anwesenheitspflicht” usw. geht.

Seit mehr als 20 Jahren wird die Vernunft an die Wand gespielt, die Linke wirkt rat- und kraftlos. Die Auswirkungen sind desaströs, für die Gesellschaft, für das, was sich bei uns Demokratie nennt und vor allem für die betroffenen Menschen. Auswegslos? Vielleicht.

Wenn scheinbar niemand einen Plan hat, dürfen auch einfache Bürgerinnen ihren Senf dazugeben. Also hier mein spontaner 3-Punkte Plan:

1) Unangenehme Wahrheiten aussprechen:
…ist eine generelle Empfehlung an die Politik. Es bringt nix, so zu tun, als ob die Dinge so wären, wie es sich die kronenzeitungslesenden Normalbürgerinnen wünschen. Solcherart Feigheit hilft nur den Rechtspopulistinnen. Weiterlesen »

„Ich hätte Heller mit Eiern beworfen”

Kulturdirektor Siegbert Janko gibt der KUPF sein letztes Interview

Janko ist gut gelaunt an seinem vorletzten Arbeitstag. Angst vor der Pension hat der 65- Jährige nicht, er will endlich Schlagzeug lernen: „Dann kann ich bei der Stadt um eine Förderung ansuchen.” Dominika Meindl und Martin Böhm sprachen mit dem scheidenden Kulturdirektor über Aufbauarbeit, Versäumnisse von Linz’09, seine beschränkte Macht und kommende Herausforderungen.

Was haben Sie verändert in Linz? Weiterlesen »

Gnackwatsch´n

Das Internetz ist Fluch und Segen, Himmel und Hölle, Alles und Nichts. Aber prinzipiell immer noch ein Medium und
keine Akteurin. Als solches schafft es das Netz, die grauslichsten Züge der Leut´ zu Tage zu bringen. Eigenschaften, die man normalerweise tief verborgen hält. Aber im Schutz vermeintlicher Anonymität und vermeintlicher Konsequenzlosigkeit lassen die Menschen im Netz eben so richtig die Sau raus. Weiterlesen »

HEIMZAHLEN

David Guttners vertrackte Beziehung zu seinem lieben Heimatland Kärnten.

Weil ich einigen Leuten etwas schuldig bin: zwei Gesprächspartnerinnen, die bei „Vier Variationen und kein Thema” (KUPF-Zeitung 132) aus Platzgründen draußen bleiben mussten, den Leserinnen der Zeitung, die damit um einige Informationen umgefallen wären und nicht zuletzt mir und meiner vertrackten Beziehung zu meinem lieben Heimatland Kärnten.

Jetzt bin ich wieder hingefahren. Einige Tage ausspannen dachte ich mir, über Silvester, gemeinsam mit der fünfjährigen Tochter: Oma und Opa besuchen, vielleicht auch ein paar liebe Leute von früher, die wenigen, die noch geblieben sind. So dachte ich. Weiterlesen »

Strukturdebatte – Nein Danke!

Das Ehrenamt als Budgetsaniererin? Das mag glauben wer will- Stefan Haslinger sicher nicht.

OÖ bekommt die Krise zu spüren! Substantielle Reformen, die auch struktureller Natur wären, sind bislang keine zu erwarten!

„Ich habe es etwas eigenartig gefunden, dass noch ehe überhaupt bekannt ist, wie viel jemand aus dem Kulturbudget bekommt, die KUPF bereits eine Protestaktion vor dem Landhaus durchgeführt hat.” (LH Pühringer im Landtag am 16.12.2009) Weiterlesen »

2010 = 100 Jahre Internationaler Frauentag?

Echt? Und vor allem: wozu? Das fragt sich Kristina Pia Hofer

Streng Erbsenzählende werden nicht ganz zu Unrecht einwenden, dass es 2010 für eine Jahrhundertfeier des designiert auf den 8.März fallenden Internationalen Frauentags ja eigentlich noch zu früh sei. Man verweist auf 1911 als geeigneteres Jubiläumsjahr, in dem in Europa die ersten entsprechenden Feierlichkeiten stattfanden – zu diesem Zeitpunkt allerdings am 19. März. Weiterlesen »

Von Feministin zu Feministin

Vina Yun ist genervt.

Von weißen mehrheitsangehörigen feministischen Frauen. Und zwar solchen, die sich auf das Thema „Kultur” spezialisiert haben und sich recht selbstverständlich zu Inter-, Trans- und sonstigen Kulturalitäten äußern – allerdings ohne dabei die eigene „Kultur” im Blickfeld zu haben.
Ein aktuelles Beispiel: In Anlehnung an den berühmten Essay „Can the Subaltern speak?” der postkolonialen Theoretikerin Gayatri C. Spivak fragt eine Ringvorlesung an der Uni Salzburg „Kann die Migrantin sprechen?” und lädt Wissenschaftlerinnen ein, zum Thema „Migration und Geschlechterverhältnisse” zu referieren. Anscheinend können diese Frage Nicht-Migrantinnen besser beantworten, denn die Mehrheit der Vortragenden sind weiße mehrheitsangehörige Frauen. Weiterlesen »

Töne aus dem Untergrund - Beiruts alternative Musikszene

Die Fotografin Tanya Traboulsi durchforscht Beiruts alternative Musikszene.

Das Telefon läutet. Es ist Charbel. ”Tanya, wir proben heute, komm vorbei falls du Zeit hast!” Ich mache mich auf den Weg durch den Beiruter Verkehrsdschungel und finde mich in Charbel’s neuer Wohnung wieder, in der sich auch der Proberaum der Beiruter Punk Rock Band Scrambled Eggs befindet. Seit circa 3 Jahren versuche ich, die alternative Beiruter Musikszene fotografisch zu dokumentieren. Mittlerweile ist mir dieses Projekt sehr ans Herz gewachsen, und die Musikerinnen zählen alle zu meinem Freundinnenkreis. Ob Proben, Konzerte oder einfach nur gemeinsames Abhängen zu Hause oder in Cafés, ich und meine Kamera, wir mögen alles. Weiterlesen »

Eine Bürgerin mietet sich einen Container

Virtuelle Container vs. Vernetzte Communities. Von Pamela Neuwirth

Manchmal begegnet einem eine „Innovation” in Form eines Online-Anmeldeformulars. Im Fall des Linz Public Space Server fragt das Formular die Interessentin nach Name und Adresse, anschließend müssen die AGB akzeptiert werden, dann fehlt nur noch ein letzter Klick auf send. Danach heißt es zurücklehnen und auf den per Post zugestellten Brief warten, der das Passwort und eine automatisierte Email-Adresse enthält. Mit dieser unspektakulären Aktion hat sich die Bürgerin einen virtuellen 1 GB Webspace gesichert und kann dort seit letzten Herbst kostenlos eigene Homepages, Wikis, Blogs etc. platzieren. Das Konzept des Public Server beruht auf dem 2007 erschienenen Buch Freie Netze. Freies Weiterlesen »